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Als ich die Kerze in die dafür vorgesehene Laterne am Grab Benedeks

gestellt hatte, war ich zusammengebrochen. Sophie stürzte zu mir,

um nach mir zu sehen.

„Günther, was ist mit dir!“, rief sie, „komm, beweg dich!“.

Geistesgegenwärtig brachte sie mich in eine stabile Seitenlage, prüfte

meinen Puls und meinen Atem. Danach rief sie der Friedhofsgärtnerin zu,

die sofort zu uns eilte.

„Bitte rufen Sie schnell die Rettung, mein Freund ist zusammengebrochen!“

„Vis a vis ist ohnedies das Krankenhaus, es wird also schnell gehen“, rief

die Gärtnerin, während sie im Laufschritt auf die Verwaltung zusteuerte.

Von Krämpfen gebeutelt lag ich in Sophies Armen.

„Um Himmels Willen Günther, was hast du denn!“, fl ehte sie, „du bist doch

kränker als angenommen und die Ärzte haben dich zu früh aus dem

Krankenhaus entlassen! Ich bitte dich, wach auf, komm zu dir!“

Sie hatte Mühe mich zu halten, weil es mich zeitweise recht schüttelte

und alle ihre Versuche, mich zu Bewusstsein zu bringen, schlugen fehl.

„Oh mein Gott, Vogerl, ist ja wie in Solferino im Turm!“, jammerte Sophie

„Du armer Mensch, was machst du bloß mit, was hast du verbrochen?“

In diesem Moment erwachte ich und wollte die Kerze in die Laterne

stellen. Da bemerkte ich, dass sie bereits in der Laterne stand und ich

in den Armen einer in Tränen aufgelösten Sophie lag.

„Sophie, was ist denn mit dir?“, fragte ich sie ahnungslos.

„Was mit mir ist, bist du zu retten Günther“, stöhnte sie aufgelöst,

„was ist mir dir?“

„Ja was soll denn sein?“, erwiderte ich arglos.

„Was sein soll? Du bist plötzlich zusammengebrochen, hast dich vorerst

einmal nicht mehr gerührt, bis du dich anschließend in Krämpfen

gewunden hast. Und du fragst mich, was los ist?“.

„Davon habe ich nichts bemerkt, ich habe doch bloß die Kerze…“.